Apples Garantie-Politik wird stark kritisiert

Apples Garantie-Politik wird von europäischen Verbraucherschützern stark kritisiert

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Der überaus erfolgreiche IT-Konzern Apple wird nicht nur aufgrund der negativen Arbeitsbedingungen der Zuliefererunternehmen stark kritisiert. Vielerorts wird auch die Garantie-Politik des iPhone-Herstellers beanstandet. So meldeten sich europäische Verbraucherschützer zu Wort und bekundeten, dass Apple ausschließlich für die kostenpflichtige Garantiemaximierung Apple Care Protection Plan wirbt, ohne jedoch auf die bestehende gesetzliche Gewährleistung hinzuweisen.

In den Streit zwischen den Verbraucherschutzorganisationen und Apple schaltete sich im September 2012 auch die EU-Kommission an und stellte sich auf die Seite der Verbraucher. So wurde beschrieben, dass Apple irreführende Informationen verbreiten würde, um gezielt den Apple Care Protection Plan vertreiben zu können. Die Justizkommissarin Viviane Reding wandte sich in einem Schreiben an die Vertreter der Mitgliedsstaaten und betreffenden Behörden, damit rechtliche Schritte eingeleitet werden können.


Monatelanger Streit ohne Resultate

Der Zwist der Verbraucherschützer und Apple zieht sich bis dato in die Länge und konnte nur in Italien zu einem Gerichtsverfahren führen. Hierbei wurde das Computerunternehmen zu einer Geldstrafe in Höhe von 900.000 Euro verklagt. Der italienische Marktregulierer AGCM stellte im Dezember 2011 unlautere Geschäftspraktiken fest. Apple wehrt sich trotzdem vehement gegen die Anschuldigungen und verweist stets auf die hauseigene Homepage, womit die europäischen Kunden über den gesetzlich festgelegten Gewährleistungsanspruch umfassend informiert werden. 

Geltende EU-Gesetze

Wirft man einen Blick in die Gesetze der Europäischen Union, so kann man feststellen, dass eine Gewährleistung in Höhe von zwei Jahren ab Kaufdatum eines Produkts vorgesehen wird. In dieser Zeit kann der Verbraucher jegliche Mängel beanstanden, die bei der Übergabe der Ware vorhanden waren. Hierbei gilt zudem der Zusatz, dass das Gesetz auch greift, wenn der Kunde die Mängel erst im Nachhinein entdeckt. Apple bietet jedoch zusätzlich eine freiwillige Garantie, die über ein Jahr begrenzt ist und mit dem Apple Care Protection Plan verlängert werden kann. Selbst Mängel und Defekte, die nach der Übergabe der Ware an den Kunden registriert wurden, werden mit dieser Garantie abgedeckt. 



Verbraucherschützer sehen Vertriebsaktionen des ACPP im Vordergrund

Diese Garantie-Politik von Apple können die besagten Verbraucherschützer jedoch nicht akzeptieren. Sie argumentieren, dass Apple den Kunden den Eindruck vermittelt, dass nach der freiwilligen Garantie von einem Jahr keine weiteren Ansprüche mehr gelten würden, sodass dann der Apple Care Protection Plan zum Zuge kommt und beworben wird. 

Aktuelle Wendungen

In Belgien wurde Apple jüngst im Januar 2013 von Verbraucherschützern verklagt, wobei die gleiche Kritik angebracht wird. Ein Urteil steht in diesem Fall allerdings noch aus. 


Quellen: OneMoreThing, Apple